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 Badevorschriften

In 1744 gab Gotfried Heinrich Burghart eine ausführliche (456 Seiten) Monografie über Heilbehandlungen in Ladek heraus. Der wichtigste Schluss lautete: „Wassser von Ladek dringt nicht in den Körper ein, sondern ruft bei Menschen ein reinigendes Fieber hervor, das ein Hautekzem verursacht, der auch als Badeausschlag bezeichnet wird”.

Der Badeausschlag war nach Burghart ein grundlegendes Anzeichen, das von einer vorteilhaften Wirkung des Badens zeugte, und zugleich die Kurzeit festlegen ließ. Nach diesem Konzept, das mehrere Jahre lang in Ladek vertreten war, bestimmten Ärzte aus anderen Kurorten den identischen Kurzeitraum.

Nach Burghart sollte die Kur mindestens 4 Wochen lang dauern, und ein Kurgast sollte mindestens 120 Stunden im Bad verbringen. Die individuelle Behandlungszeit machte er davon abhängig, in welchem Zeitraum der Badeausschlag eintrat. Er sprach für eine Verlängerung des Aufenthalts um die gleiche oder um eine etwas größere Stundenzahl, die für das Vorkommen des Badeausschlags nötig war. In der Monografie beschreibt Burghart detailliert, wie die gesamte Kur in Ladek aussehen soll und gibt dabei genau alle in dieser Zeit eingesetzten Badearten und Trinkkuren an.

Nach dem Ende des dritten schlesischen Krieges (des sogenannten siebenjährigen Krieges 1756-63), während dessen zugleich die früher erwähnten Kriegshelden, Verletzte und Veteranen sowohl aus Preußen als auch aus Österreich-Ungarn ausruhten, kam der preußische König Friedrich II. in Ladek zur Kur an. Das war der Herrscher, der mehrere Jahre später zur ersten Teilung Polens beitrug. Begleitet wurde er damals durch seinen ganzen Hof, u.a. durch seinen Bruder Prinz Heinrich.

Friedrich II
Friedrich II
Friedrich Wilhelm III
Friedrich Wilhelm III

In 1782 unterzog sich hier der Minister für Schlesien Graf Karl Georg Heinrich von Hoym einer Kur, und die Quellen waren für seine Gesundheit so wohltuend, dass er eine Idee für ihre Entwicklung gab und mehrere Vorhaben im Ortsteil mit Heilwasserquellen realisieren ließ.

Gegen Ende des 18. Jhs. kommt es stufenweise zur Änderung der Grundsätze und Dauer der Bäder und der gesamten Kur in den Thermen. Bereits in 1783 empfiehlt sowohl Dr. Bach, als auch später Dr. Magalliz in einem Dokument, das um die Jahrhundertwende erstellt wurde, eine Verkürzung der bisherigen Badezeit von mehreren Stunden auf vier Stunden pro Tag. Jedoch heben sie hervor, dass nach wie vor der durch Burghart beschriebene Badeausschlag berücksichtigt werden muss. Eine radikale Änderung der Kur wurde dagegen durch Dr. A. Foerster vorgeschlagen, der in den Jahren 1791-1832 städtischer Physiker un Kurarzt in Ladek war. Er war ein strenger Gegner der eingesetzten Theorie des Badeausschlags. Er empfahl ein Bad im Wasserbecken zuerst bis 15 Minuten, und dann seine Verlängerung bis zu 30-45 Minuten; in Ausnahmefällen durfte das Bad sogar bis zu 60 Minuten verlängert werden. In der Zeit, als Behandlungen unter seiner Leitung realisiert waren, wurden neue Badevorschriften erlassen, die in 1797 durch den König Friedrich Wilhelm III. genehmigt wurden, und in 1805 wurde seine wissenschaftliche Arbeit veröffentlicht, welche den Fragen der Therapie in Ladek gewidmet wurde.

 


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